Snooker Queue

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Das perfekte Snooker Queue zu finden ist schier unmöglich. Da das Queue aus Holz hergestellt wird und damit organisch ist, kann es auch nicht perfekt sein: Allerdings kann das Snooker Queue passend zum Spieler sein. Denn auch jeder Spieler ist individuell. Ob das nun die Größe oder Statur ist. Jeder Snookerspieler brauch ein auf ihn passendes Snooker Queue.

Snooker-Queue

Snooker-Queue

Um ein passendes Snooker Queue auszuwählen bzw. zu kaufen, bedarf es einer genauen Betrachtung. Ich habe daher alle für mich wichtigen Punkte zusammengestellt, die ich beim Queue-Kauf berücksichtige. Meist handelt es sich um eine Anschaffung für mehrere Jahre.

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Inhalt:

1. Teilung eines Snookerqueues

Bei der Fertigung eines Snooker-Queues haben sich allgemein folgende Typen durchgesetzt:

  • Snooker-Queues ohne Teilung (einteilig)
  • Queues mit Teilung in der Mitte (1/2) – englisch „centre joined“
  • Snooker-Queues mit Teilung im hinteren Bereich am Griffstück (3/4) – englisch „butt joined“
Snookerqueue-Teilung

Snookerqueue-Teilung

Als Spieler hat man die Wahl. Einige sagen, dass einteilige Queues am Besten sind, da jede Verschraubung oder jedes Gewinde eine Schwachstelle ist. Gegen die einteiligen Queues spricht allerdings die Länge. Ein Transport eines über 147 cm langen Queues ist nun mal schwierig. Außerdem denke ich, dass hohe Breaks auch mit geteilten Queues genau so gut gespielt werden können. Abraten würde ich ein Queue mit 1/2-Teilung. Auch wenn dieses gut verarbeitet ist, hat mich beim Stoß bei Berührung am Kinn immer das Messing der Verschraubung etwas gestört. Die meisten Spieler verwenden 3/4-geteilte Snooker-Queues. Diese lassen sich auch mit entsprechendem Griffstück ohne weiteres Verlängern, falls es bei einem Stoß notwendig ist. Wichtig ist es auf die Gewinde-Qualität zu achten. Weist dieses nach kurzer Zeit Mängel auf, hat man ein Problem.

2. Snooker-Queue Gewicht

Beim Gewicht eines Snooker-Queues sollte jeder auf die eigene Kraft und Muskulatur schauen. Schwere Snooker-Queues haben den Vorteil, dass weniger Kraft aufgewendet werden muss, um einen starken Stoß auszuführen. Dafür müssen feine/kurze Stöße noch dosierter und kontrollierter gestoßen werden. Gewöhnliche einteilige Hausqueues haben zwischen 15 und 16 Unzen. Snooker-Queues mit 3/4-Teilung wiegen dagegen etwa 20 Unzen und aufwärts. Ein hohes Gewicht kann auch ein Anzeichen für die Qualität des schweren und abgelagerten Holzes sein (Achtung es könnte auch Gewicht eingesetzt worden sein). Nicht immer sind die Angaben zum Queue-Gewicht korrekt. Oft wird hier etwas nach oben geschummelt. Nicht ganz unwichtig ist der Punkt an dem das Queue im Gleichgewicht ist. Je nach Präferenz sollte dies weiter vorne oder hinten sein. Tipp: Probiere einfach mehrere Queues von Freunden/Snooker-Kollegen durch.

3. Snooker-Queue Länge

Wie lang sollte das Snooker-Queue sein? Gewöhnliche Queues haben eine Länge zwischen 145 und 147 cm Länge. Die Länge resultiert aus den Maschinen, die die Queues fertigen. Aus eigenen Erfahrungen kann ich euch sagen, dass die optimale Länge nicht an der Körpergröße alleine gemessen werden kann. Vielmehr sollten auch Arm- und Schulterbreite berücksichtigt werden. Ich bin selbst 1,90 m groß und habe bei meinem ersten Snooker-Queue in Standard-Länge (147 cm) gespielt. Resultat war, dass mir das Queue immer zu kurz erschien. Beim Stoß konnte ich kaum ausholen. Beim nach vorne Schwingen stieß ich mir oft in die Seite. An einen rechten Winkel des Schwung-Arms war nicht zu denken. Erst mit einer Maßanfertigung hatte ich ein für mich passendes Snooker-Queue.

An dieser Stelle noch der Hinweis: Bei zunehmender Länge verliert das Queue etwas an Steifigkeit. Das kann sich, muss aber nicht, negativ auf das Spiel auswirken.

4. Ferrule und Leder eines Snooker-Queues

Die Messingspitze nennt sich beim Snooker-Queue „Ferrule“. Sie hat in der Regel einen Durchmesser zwischen 9 und 11 mm. Bei zu großem Durchmesser ist mehr Kraft für Zugbälle notwendig. Zu klein sollte die Ferrule allerdings nicht sein.

Snooker-Queue Ferrule

Snooker-Queue Ferrule

Auf die Ferrule kommt das Leder. Drei Varianten gibt es: Steck-, Schraub- und Klebeleder. Für gutes Snooker-Spiel kann es nur eines geben: das Klebeleder (alle Profis nutzen Queues mit Klebeleder). Es ist etwas schwieriger zu befestigen (siehe Anleitung: Klebeleder wechseln), weshalb in einfachen Snooker-Spielhallen auf die anderen Varianten zurückgegriffen wird. Das beste Queue bringt bei billigem Leder nichts. Da es unterschiedliche Lederarten- und -härten gibt, würde ich empfehlen mich mit jedem Leder einmal einzudecken und zu spielen. Jeder hat einen eigenen Favoriten.

5. Lackiertes oder geöltes Queue?

Viele Snooker-Queues sind lackiert. Das hat allerdings den störenden Nachteil, dass das Queue beim Stoß am Finger klebt und extrem schlecht gleitet. Gute Snooker-Queues sind dagegen mit Leinöl versiegelt (Oberflächenversiegelung). Dieses zieht nach einer Behandlung ein und schützt das Queue vor äußeren Einflüssen (Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit, Schweiß, …). Jedes halbe Jahr sollte diese Pflegemaßnahme wiederholt werden.

6. Snooker-Queue Holz – Ahorn oder Esche

Bei der Holzart gibt es hauptsächlich welche aus Esche und aus Ahorn. Welche Holzart gewählt wird, ist Geschmackssache. Von beiden Holzarten gibt es gute und schlechte Queues. Wichtig ist, dass die Queues möglichst lange gelagert wurden. Denn nur so sind Spannungen weitestgehend entfernt. Escheholz weist meist eine stärkere Maserung auf, die allerdings nichts über Qualität aussagt. Zur Lagerung vom Queue ist hier noch anzumerken, dass das Holz trocken gelagert und keinen Temperaturschwankungen ausgesetzt werden sollte. Dadurch erhalten Queues die typischen Verformungen.

7. Snooker Queue Aussehen

Snooker-Queue mit Zubehör

Snooker-Queue mit Verlängerungen

Eigentlich zweitrangig ist das Aussehen eines Snooker-Queues. Dennoch kann es den Spieler positiv beeinflussen. Wenn die Maserung des Queues besonders schön ist, dann gefällt dies dem Spieler – er spielt gerne damit und vielleicht auch deswegen erfolgreicher. Ein zu großes Augenmerk würde ich der Optik eines Queues nicht spendieren. Wichtiger sind die Spieleigenschaften und das Spielgefühl.


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Mian Mai 26, 2016 um 10:14

Grüße Sie
die Erklärung ist sehr gut und sehr hilfsbereit.

Gruß

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